Frühe Erkennung durch moderne Tests

Der Zusammenhang zwischen einer bestehenden Parodontitis und diversen Allgemeinerkrankungen (vor allem Herz-Kreislauferkrankung, erhöhter Blutdruck, erhöhtes Risiko der Altersdiabetes, erhöhtes Herzinfarktrisiko bei Männern, sowie das Vorliegen von Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises und sogar Frühgeburten bei Frauen) ist durch eine Vielzahl von Untersuchungen belegt worden.

Die mit der Parodontitis assoziierten Keime können heutzutage mithilfe moderner, sog. DNA-Keimtests ermittelt werden. Auch kann die genetische Veranlagung des einzelnen Patienten durch spezielle Test festgestellt und somit die optimale Therapie ausgewählt werden.

pezielle Ultraschallgeräte, deren Aufsätze schonend elipsoid schwingen, reinigen durch die angeschlossene antiseptische Spülung die Zahnfleischtasche - Ina Scholl | Zahnärztin München

Konservative Maßnahmen

Eine Parodontitis wird zunächst immer nicht-chirurgisch durch das Reinigen und Glätten der Wurzeloberfläche und Spülen der Zahnfleischtaschen mit antiseptischen Lösungen unter Lokalanästhesie behandelt. Prinzipiell wird dabei mit speziellen Handinstrumenten, sog. Küretten gearbeitet. Spezielle Ultraschallgeräte, deren Aufsätze schonend elipsoid schwingen, reinigen durch die angeschlossene antiseptische Spülung die Zahnfleischtasche und zerstören die Bakterienhülle durch den Ultraschall.

Verschiebelappen-Technik - Ina Scholl | Zahnärztin München
Freiliegender Zahnhals durch GeweberückgangMikrochirurgische Deckung des Zahnhalses durch Gewebeverschiebung (Ergebnis bereits nach einer Woche).

Mikrochirurgische Techniken

Durch speziell mikrochirurgische Techniken kann verlorenes Zahnfleisch und geschwundener Knochen nach einer aktiven Parodontitis wieder aufgebaut werden. Sollte dieser Therapieschritt nicht ausreichen, ist ein chirurgisches Vorgehen unumgänglich. Dabei werden die Zahnfleischtaschen mikrochirurgisch eröffnet und unter Sicht gereinigt oder zusätzlich bestehende Knochendefekte wieder aufgefüllt. Neue Schnittführungen ermöglichen einen maximalen Erhalt des Gewebes, sodass gegenüber alten Techniken keine sichtbaren Gewebsverluste entstehen.

Verschiebelappen-Technik - Ina Scholl | Zahnärztin München
Der Knochenabbau zwischen den beiden Zähnen ist am Röntgenbild klar sichtbar.Neue Knochenhöhe nach Aufbau mit Ersatzmaterial (Ergebnis nach fünf Monaten).

Verschiebelappen-Technik

In diesem Fall wurde ein freiliegender Zahnhals mittels einer Verschiebelappentechnik (Rezessionsdeckung) abgedeckt. Dies ist eine ältere Methode, um Rezessionsdeckungen durchzuführen. Heutzutage werden hauptsächlich Bindegewebstransplantate aus dem Gaumen zur Abdeckung von freien Zahnhälsen und zum Aufbau von Zahnfleisch verwendet.

Aufbau durch Knochenersatzmaterial

Am Röntgenbild ist nach 3-6 Monaten sehr gut die Verknöcherung der ehemaligen Knochentasche zu erkennen. In diesem Fall wurde der Knochendefekt mit einem Knochenersatzmaterial (Bio-oss, Fa. Geistlich) und einer resorbierbaren Membran (Perio-Guide, Fa. Geistlich) aufgefüllt.